Brauchen wir einen Mindestlohn im Wachgewerbe?

Mindestlohn im WachgewerbeHeiß diskutiert in der Politik wird zur Zeit die Thematik des gesetzlichen Mindestlohnes. Ab 2015 soll bundesweit ein Mindestgehalt für Praktikanten, Langzeitarbeitslose und ungelernte Kräfte gelten. Im Wachgewerbe ist ein Mindestgehalt bereits seit 2013 vorgeschrieben. Ist ein Mindestlohn überhaupt sinnvoll im Sicherheitsbereich?

Sehr umstritten: Gehalt im Sicherheitsbereich

Heiß diskutiert sind die Gehaltsstufen im Sicherheitsgewerbe. Mitarbeiter des Wachdienstes spielen eine wichtige Rolle bei fast allen Events. Ohne Sicherheitsdienst würden viele Streitigkeiten in Lokalen oder auf Veranstaltungen eskalieren. Ein Wachdienst ist sowohl wichtig für den reibungslosen Ablauf von Festlichkeiten, als auch für die Objektbewachung. Als Detektive oder Pförtner sind sie in Geschäften und Firmen zu finden. Für Streife zu laufen ist oft keine entsprechende Ausbildung Voraussetzung, nötige Kurse werden von Arbeitgebern meistens übernommen. Im Ernstfall haben jedoch Sicherheitsmitarbeiter ohne richtige Schutzausbildung sehr hohe Nachteile gegenüber ausgebildeten Mitarbeitern. Die Gehälter im Wachdienstbereich sind sehr unterschiedlich. Seit 2013 gilt in dieser Branche bereits ein Mindestgehalt, welches bundesweit länderabhängig variiert. Zwischen 7,50 Euro und 8,90 Euro liegt der Mindesttarif.

Ist der Mindestlohn notwendig?

Leider sparen viele Unternehmen Geld bei Objektbewachungen und Sicherheitsmitarbeitern. Wirklich gut ausgebildete Wachdienstmitarbeiter sind vom Verdienst her höher eingestuft als ungelernte Kräfte. In Deutschland arbeiten knapp 200000 Personen im Wachdienstbereich. Ein festgesetzter Mindestverdienst sorgt dafür, dass „Billigarbeiter“ aus dem Ausland nicht lohnenswert sind. Allerdings liegt der Mindestlohn für diese Branche unter dem Durchschnittsverdienst von den meisten Berufen, die wesentlich ungefährlicher sind und geregelte Arbeitszeiten haben. Durch Nachtschichtzulagen und Feiertagsboni ist es möglich, sich ein solides Leben zu ermöglichen. Es muss allerdings erwähnt werden, dass ein höherer Stundenlohn natürlich erstmal ein höherer Bruttoverdienst bedeutet, aber die Abzüge je nach Lohnsteuerklasse entsprechend höher sind, sodass die Differenzen bei den Gehältern nicht zwangsläufig extrem hoch sind.

Einige Mindestlohnregelungen noch unklar

Durch die Mindestlohnregelung ist zumindest für Neueinsteiger und Langzeitarbeitslose ein beruflicher Einstieg ermöglicht, der eine Existenz sichern kann. Zur Zeit finden zahlreiche Diskussionen in der Polititk statt, die Praktika, Studenten und junge Erwachsene beim Arbeiten unterstützen sollen. Praktika sollen künftig entgeltlich erfolgen zum Mindesttarif, Jugendliche sollen ebenso besser bezahlt werden. Welche Gesetze letztendlich verabschiedet werden, ist noch unklar. Arbeitgeber drängen auf Ausnahmeregelungen, da sie natürlich keine vermehrten Personalkosten haben möchten, Arbeitnehmer drängen auf klare Richtlinien ohne Ausnahmen, damit durch die Ausübung einer Berufstätigkeit eine Existenzsicherung möglich ist. Weitere Änderungen sollen jedoch ab 2015 in Kraft treten.

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