Der Tarifvertrag im Wachgewerbe

Lohntarifvertrag WachgewerbeIm Wachgewerbe gibt es in den meisten Bundesländern aktuelle Tarifverträge. An einem Tarifvertrag sind in der Regel nur diejenigen Arbeitnehmer und Arbeitgeber gebunden, die auch in ihren Verbänden organisiert sind. Doch mit dem Instrument der Allgemeinverbindlicherklärung kann ein Tarifvertrag auch für Regionen und ganze Länder Wirksamkeit für alle Arbeitgeber der Branche erhalten.

Vereinbarungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern


Im Rahmen von Tarifverhandlungen einigen sich die Verbände der Arbeitgeber und die Gewerkschaften auf Seiten der Arbeitnehmer über die Arbeitsbedingungen in einer Branche innerhalb einer bestimmten Region. Zu den Tatbeständen der Einigung gehören unter anderem die Arbeitszeiten, die Höhe der Gehälter und die Urlaubszeiten sowie viele andere Einzelheiten, die die Besonderheit einer Branche betreffen. Ein Tarifvertrag geht auch im Wachgewerbe immer einer Betriebsvereinbarung und auch dem individuellen Arbeitsvertrag vor, wenn der Tarifvertrag zur Anwendung kommt. Doch nicht immer kann eine tarifliche Einigung umgangen werden, wenn sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer nicht organisiert sind. Denn jede Allgemeinverbindlichkeitserklärung lässt den Tarifvertrag eine Art Gesetzesqualität erlangen. Der Arbeitgeber muss dann die tariflich von den Dachorganisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbarten Löhne zahlen und auch Urlaubstage über den gesetzlichen Anspruch hinaus gewähren. Im Wachgewerbe existieren mittlerweile in den Ländern vertragliche Vereinbarungen, die auch den Mindestlohn vorsehen.

Bindung an die Tarifeinigung im Wachgewerbe

Arbeitnehmer, die bereits im Wachgewerbe beschäftigt sind, haben einen Auskunftsanspruch gegen ihren Arbeitnehmer in allen wichtigen Belangen. Daher muss der Arbeitgeber nicht nur die Arbeitsverträge an den gesetzlich vereinbarten Mindestlohn anpassen. Er muss auch offen legen, dass er tarifgebunden ist. Der Arbeitnehmer hat sogar einen Anspruch auf Einsicht in den für ihn gültigen Tarifvertrag gegen den Arbeitgeber. Deshalb muss bei jedem Arbeitgeber in der Personalabteilung ein Exemplar des Tarifvertrages zur Einsicht vorhanden sein. Ist ein Arbeitnehmer aber noch auf der Suche nach einem passenden Arbeitgeber, so hat er natürlich keinen Anspruch auf Auskunft gegen den zukünftigen Arbeitgeber. Ist das Vorstellungsgespräch erfolgreich verlaufen, ist aber die Frage nach der Tarifgebundenheit durchaus üblich.

Auskunft bei Gewerkschaften und dem Arbeitsministerium

Lohntarifvertrag WachgewerbeFür viele Arbeitnehmer im Wachgewerbe ist die Auskunft über das Vorliegen eines gültigen Tarifvertrages schon bei der Suche nach einer neuen Stelle von großem Interesse. Sie möchten nur bei einem Arbeitgeber arbeiten, der auch an den Tarifvertrag gebunden ist. Gewerkschaften und auch das Arbeitsministerium können weiterhelfen. In der Regel haben sie Kenntnis über die Tarifgebundenheit von Arbeitgebern im Wachgewerbe. Sollte ein Arbeitgeber sich im Laufe des Arbeitsverhältnisses einmal nicht an seine Verpflichtungen aus dem Tarifvertrag halten, so hat der Arbeitnehmer ein einklagbares Recht gegen den Arbeitgeber. Tarifverträge sind häufig auch über die Auslaufzeit hinaus bindend. Die Zeiten, in denen sich Arbeitgeber, die im Rahmen der Allgemeinverbindlicherklärung an die Tarifverträge gebunden sind, nicht an den gefundenen Vereinbarungen orientieren, sind sehr selten geworden. Der Klageweg vor dem Arbeitsgericht ist immer erfolgreich, wenn wirklich ein Verstoß gegen Vereinbarungen des Tarifvertrages vorliegen sollte. Ein Fachanwalt für Arbeitsrecht oder auch die Beratungsstelle der Gewerkschaften des Wachgewerbes können hier in einer ersten Beratung weiterhelfen. Die Tarifverträge der Länder für das Wachgewerbe ähneln sich im Großen und Ganzen. In einzelnen Passagen sind sie sogar identisch. Dennoch gilt ein Tarifvertrag nur landesweit, wenn in diesem Land der Tarifvertrag auch vom Arbeitsministerium für allgemeinverbindlich erklärt wurde. Diese Auskunft können Arbeitnehmer und Arbeitssuchende dem öffentlichen Tarifregister entnehmen. Dieses Register liegt beim Arbeitsministerium aus. Auch die Gewerkschaften haben eine Übersicht über dieses Register, das in aktueller Version im Internet zu finden ist.

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