Einen – oder DEN Job im Wachgewerbe

20130828-071337.jpgEinen – oder DEN Job im Wachgewerbe zu finden ist gar nicht so schwierig, wie man sich das vorstellt. Ja, eigentlich ist es sogar ganz einfach, wenn man die erforderlichen Voraussetzungen mitbringt.

Aber auf die komme ich noch zu sprechen.

Vorher stelle ich die Frage: Ist es sinnvoll im Wachgewerbe Fuß zu fassen? Zeit und eventuell Geld in eine Unterweisung oder Sachkundeprüfung zu investieren?

Ich bin fest davon überzeugt und meine Antwort lautet ganz klar: JA!

Die Vielzahl an verschiedenartigen Aufgabengebieten, die es im Wachgewerbe gibt, findest du nie wieder an anderer Stelle! In keinem anderen Gewerbe sind die Aufgabengebiete so facettenreich wie in der Sicherheit!

Ich bin seit 1996 im Wachgewerbe und ich habe in der Zeit jeden dieser Bereiche einsehen dürfen, außer zwei, die ich aus persönlichen Gründen ablehne. Zum Einen ist es der Bereich „Geld und Wert“ und zum Anderen der Bereich „Flugsicherung“.

Irgendwann erläutere ich, warum ich diese Bereiche ablehne!

Allein die Auswahl der Arbeitszeit, die du durch die Wahl deiner Tätigkeit hast, öffnet dir Türen und Tore!
Stell‘ dir vor, du willst privat tagsüber Zuhause sein, weil du Familie hast. Dann werde doch „Nachtwächter“!
Du willst lieber am Tag arbeiten? Oder sogar bei Gleitzeit? Ich kenne Kaufhausdetektive, die so arbeiten!
Willst du den freundlichen Umgang mit Menschen und soziale Kontakte? Schau mal nach Empfangsdiensten!

So hast du die Möglichkeit, deine persönlichen Skills da zu fördern, wo man sie braucht!

Als Friseur kannst du nur den Menschen die Haare schneiden, die gerade in den Laden kommen. Eventuell kannst du noch wählen, ob du bei einem modernen oder eher einem konservativen Friseur arbeitest, aber einen großen Unterschied macht das nicht und am Ende ist es fast egal, ob du eine Dauerwelle gemacht oder einen Iro geschnitten hast .

Und es ist auch egal, ob du Bierschinken oder Käse schneidest – oder Taschentücher oder Q-Tips in das Regal räumst.

Ich frage mich übrigens noch immer, warum die beiden Artikel zusammen in einem Regal liegen?

Versteh mich nicht falsch: Ich bin froh, dass es Menschen gibt, die diesen Job machen! Und ich bewundere die Menschen, die die Kraft finden, für meistens viel zu wenig Geld viel zu viel zu leisten!

Aber nun mal zurück geschaut auf das Wachgewerbe.
Was nützen dir Deine Skills, wenn du sie nicht einsetzen kannst? Was nutzt es dir, wenn du mit Menschem umgehen kannst und das nicht nutzen kannst? Wie willst du Deinem Chef zeigen, dass du gut bist, wenn du die Chance nicht bekommst? Wie willst du weiterkommen, wenn sich niemand für deine Stärken interessiert?

Im Wachgewerbe kannst du deine Fähigkeiten unter Beweis stellen! Du erfährst schnell, wo deine Stärken und auch deine Schwächen liegen. Und das ist meiner Meinung nach auch der Grund der hohen Mitarbeiterfluktuation.

Denn wer nach relativ kurzer Zeit merkt, das er für den Wachdienst nicht geeignet ist, wird kurzfristig den Arbeitsplatz wechseln. Und viele sind sich im Vorfeld nicht bewusst, was es heißt, z.B. nachts allein um ein Firmengebäude zu laufen. Oder sie unterschätzen die psychische Belastung, Ladendiebe zu stellen – wenn es beispielsweise die Oma von nebenan ist.

Sowas merkt man erst, wenn man es mal selbst erlebt hat. Im Bewerbungsgespräch können alle immer alles und vor allem alles ertragen. Aber ich glaube nach wie vor, das es für jeden einen Platz im Wachgewerbe gibt!

Um zu erörtern, in welchem Bereich du welche Stärken benötigst, werde ich mich hier in den nächsten Posts mit den einzelnen Bereichen befassen und sie näher erläutern. Dabei kannst du selbst für dich entscheiden, ob der Job dich anspricht oder nicht, ob du Angst im Dunkeln hast oder ob du mit Menschen umgehen kannst.

Und ich weiß dass es sich nun etwas lächerlich anhört, aber Angst im Dunkeln kommt öfter vor als man denkt! Später mehr dazu !

Herzlichst euer Stefan Wegerhoff

Text: Stefan Wegerhoff

D&W The Motion Corporation

4 Comments

  1. Sehr schöner Artikel,

    kann dem nur zustimmen… Habe auch schon alle möglichen Bereiche mitgemacht, man findet im Grunde immer das, was einem Spaß macht. Wichtig ist ein guter Arbeitgeber, den zu finden ist leider nicht immer ganz so leicht. Hat man dann aber einen, ist der Job echt super, sofern man in einem Bereich arbeitet der einem liegt.

    Bin zwar im Moment in einem Bereich der mir nicht so zusagt, aber es gibt ja soviele Jobs im Angebot, da finde ich sicher irgend wann mal DAS Passende.

    Liebe Grüße
    Danny

    1. Stefan Wegerhoff

      Eine gesunde Abwechselung ist immer Gut. Gerade für junge Leute ist das sogar wichtig, die Lust nicht zu verlieren. Ein eintöniger, oder sogar langweiliger, Arbeitsplatz vertreibt gutes Personal. Leider sind Chef´s häufig die Augen verschlossen oder die Hände gebunden, änderungen zu unternehmen, dem Mitarbeiter ein angenehmeres Arbeitsleben zu ermöglichen.
      Denn am Ende steht immer noch der Faktor – GELD

  2. Uwe Reuter

    Ich stimme dem zu. Ich war seit 1992 in der Wachbranche tätig,habe fast alle Bereiche durch. Für mich habe ich festgestellt das ich lieber nachts durch ein menschenleeres Industriegebiet streife wie in einem vollen Kaufhaus zu agieren. Deshalb war ich auch in den letzten Jahren als Revierfahrer mit Alarmintervention eingesetzt. Hier hatte ich auch meine,wenn ich es so nennen darf berufliche Heimat gefunden. Leider hat eine nichtmehr so gute Gesundheit dem ein Ende bereitet.

    Mit Besten Grüssen Uwe

  3. Stefan Wegerhoff

    Schade, wenn aus gesundheitlichen Gründen ein Job aufgegeben werden muss. Oder eine berufliche Veränderung in erwägung gezogen werden muss. Alles Gute hier von meiner Seite aus !!!

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