Mein erster Tag als Kaufhausdetektiv – DAMALS

Es ist so lange her, doch erinnere ich mich, als wäre es gestern gewesen. Gerade mein erster Tag als Kaufhausdetektiv. Ich fühlte mich großartig als „Neuling“ im Wachgewerbe. Ich besetzte als Einzuweisender mit einem sehr erfahrenen Kollegen einen riesengroßen Markt in Iserlohn. Der Kollege war sehr erfolgreich, was das Aufgreifen von Ladendieben anging. Doch konnten wir an diesem ersten Tag bis zur Mittagszeit keinen Ladendieb stellen. Als es gegen 12:30Uhr dann an die Pause ging des Kollegen ließ er mich mit den Worten: „Wird schon nichts passieren“ allein in dem Markt zurück. So hatte ich das auch mal hingenommen.

Doch sollte ich tatsächlich eines Besseren belehrt werden. Ich schlenderte so durch den Markt und versuchte dennoch einen Ladendieb zu finden, auch wenn ich keinesfalls gewusst hätte, was ich mit dem Anfangen sollte.

Als ich dann in einen verwinkelten Bereich des Marktes kam, wo sehr häufig Leerverpackungen gefunden worden sind, traf ich auf einen Mann, der gerade eine Packung Grillfleisch in seine Jacke steckte. Ohne zu zögern, packte ich den Kunden am Ärmel, zog ihn in mein Büro. Dort fesselte ich ihn mit meinen Handschellen an den Stuhl, nahm seinen Personalausweis und verließ das Büro um seinen Ausweis zu kopieren. Dann fertigte ich den Strafantrag an und erteilte dem Kunden sein Hausverbot. Als ich in dann von dem Stuhl befreite und seine Kleidung nach weiterer Ware untersuchte, fand ich noch eine Flasche Schnaps die auch aus unserem Markt war nahm ich auch diese mit auf in den Strafantrag und schickte den Kunden durch den Hinterausgang nach draußen.
Kaufhausdetektiv
Ich war doch mächtig stolz auf meinen, DIESEN ERSTEN Aufgriff, als in diesem Moment der Kollege von seiner Pause kam half er mir mit dem Papierkram.

Dann jedoch fragte er mich nach dem Ablauf und er schlug die Hände über dem Kopf zusammen als ich von den Handschellen erzählte. Doch woher konnte ich das wissen? Schulungen wie Unterweisung, Sachkundeprüfung und dergleichen gab es zu der Zeit ja nicht in diesem Ausmaß.

Allerdings hatte ich doch sehr viel Glück, denn der Ablauf dieses Aufgriffs hätte auch mein Aus bedeuten können.

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