Pfefferspray, CS-Gas und andere Freie Waffen sowie Selbstverteidigungsmittel

Deutschland ist für sein besonders strenges Waffenrecht bekannt. Eine wirklich einflussreiche Waffenrechtsorganisation wie die amerikanische National Rifle Association (NRA) gibt es in Europa nicht. Dennoch sind auch in der Bundesrepublik einige Selbstverteidigungsmittel wie CS-Gas, Pfefferspray und andere freie Waffen verfügbar, die im Ernstfall auch ohne waffenrechtliches Erlaubnisverfahren den notwendigen Schutz gewährleisten. Im Folgenden finden Sie wichtige Tipps und Tricks, die es bei der Anschaffung und dem Handling der sogenannten freien Waffen zu beachten gibt.

Allseits bekannt – Spraywaffen

Das Pfefferspray zählt zu den bekanntesten Selbstverteidigungsmitteln. Dabei handelt es sich um einen Reizstoff, der sowohl gegen Tiere als auch Menschen wirkt. Der Name des Sprays kommt von seinem Hauptinhaltsstoff – dem sogenannten Oleoresin Capsicum (OC), welches vor allem in Paprikas enthalten ist. Es wirkt sehr schnell und führt unmittelbar nach dem Kontakt mit dem Gegner zu Hautreizungen, einem starken Brennen in den Augen sowie Atemwegsbeschwerden. Es sollte deshalb immer ins Gesicht gesprüht werden. Die kleinen und praktischen Sprühdosen dürfen in Deutschland allerdings grundsätzlich nur gezielt gegen die Abwehr von Tieren eingesetzt werden. Das liegt daran, dass die Sprays noch keiner in Deutschland gültigen waffenrechtlichen Prüfung unterzogen wurden. Der Einsatz gegen Menschen ist deshalb nur in gerechtfertigten Ausnahmefällen erlaubt und setzt stets das Bestehen einer Notwehrlage voraus. Wundern Sie sich also beim Kauf nicht über etwaige Schildchen, die auf eine Benutzung nur zur Tierabwehr hinweisen. Häufig greifen Menschen deshalb auch zum CS-Gas. Das chemische Reizgas besteht vorwiegend aus dem Stoff Chlorbenzyliden-Malonsäuredinitril. Es ist – genau wie das Pfefferspray – ab 14 Jahren zur Benutzung freigegeben und wirkt vorrangig an den Atemwegen des Gegners. Ganz egal für welches Spray Sie sich entscheiden – es sollte stets schnell einsatzbereit sein und verdeckt mitgeführt werden. Denn zur effektiven Gefahrenabwehr sollte immer das Überraschungsmoment ausgenutzt werden.

Offensive und defensive Selbstverteidigungsmittel

Neben den Sprays, die bereits für Jugendliche erhältlich sind, besteht auch die Möglichkeit, stärkere Selbstverteidigungsmittel zu verwenden. So ist etwa die Benutzung von ausschließlich für den Nahkampf verwendbaren Elektroschockern gesetzlich gestattet. Beim Kauf einer solchen Stun Gun ist jedoch darauf zu achten, dass diese nur für den Nahkampf konzipiert sein darf. Distanz-Elektroschockpistolen (sogenannte Taser) sind in Deutschland seit April 2008 generell verboten. Bei Auslösung der Stun Guns wird ein Stromimpuls freigesetzt, der aufgrund seiner hohen Spannung Angreifer handlungsunfähig macht. Ebenfalls erlaubnisfrei sind kleinere Schlagstöcke aus Holz oder Gummi, die vorrangig auf eine Verstärkung der Muskelkraft aufbauen. Daneben stehen auch defensive Verteidigungsmittel wie Schrillalarme zur Verfügung. Diese ermöglichen keinen aktiven Gegenangriff, sondern sollen beim Hilferuf durch laute Signale unterstützen.

Es hat sich gezeigt, dass Sie zur effektiven Abwehr von Gefahren nicht unbedingt einen Waffenschein brauchen. Trotz der strengen Rechtslage in Deutschland gibt es zahlreiche frei verfügbare Selbstverteidigungsmittel, die durch einen gezielten Einsatz Angreifer abwehren.

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