Testdiebe schärfen Aufmerksamkeit und Wachsamkeit

TestdiebstahlTestdiebe schärfen Aufmerksamkeit, um eine der unangenehmsten Erscheinungen im Einzelhandel zu bekämpfen: Den Ladendiebstahl. Er kann nicht nur eine ansonsten ausgeglichene Bilanz verhageln, er kann auch zu Misstrauen innerhalb der Belegschaft führen. Eines der Lieblingsbeispiele unseres Sicherheitsunternehmens ist die Frage, für wie viel ein Unternehmen neue Flachbildschirme verkaufen muss, um den Verlust nur eines einzelnen Gerätes zu kompensieren. Je nach Gewinnspanne der jeweiligen Warengruppe können es schon mal 30 oder vierzig Geräte sein, deren Nettogewinn von einem einzigen Ladendieb entwendet und „aufgefressen“ wird.

Der Testdiebstahl ist deshalb ein beliebtes Angebot, welches – richtig eingesetzt – den kriminellen Machenschaften den Nährboden entziehen wird. Das Durchführen des Testdiebstahls durch einen Betriebsfremden erhöht die Realitätsnähe, weil dieser – anders als ein Rollenspiel unter Kollegen – erst dann erkennbar ist, wenn bei der Abschlussbesprechung die entwendeten Waren präsentiert werden. Das ungläubige Staunen der Mitarbeiter kann der Sicherheitsdienstmitarbeiter aufgrund seiner lebensnahen Erfahrung und seines Kommunikationsgeschicks gleich in positive Energie und Aufbruchstimmung umwanden.

Deshalb beginnt er seinen Vortrag auch mit einem Hinweis auf die Zielsetzungen und darauf, dass es nicht um Mitarbeitermaßnahmen geht, sondern das gemeinsame Lernen und Verbessern.

Der Testdiebstahl schärft die Aufmerksamkeit und Wachsamkeit in verschiedenen Schritten:

1. Testdiebstahl „live“ – anonymer Auftakt

In dieser ersten Phase kommt es auf die absolute Verschwiegenheit des Filialleiters bzw. Geschäftsleitungssekretariats an: Der Detektiv wird mit einem Brief des Unternehmens ausgestattet, der in Kopie dem jeweiligen Filialleiter vorliegt. Selbst Abteilungsleiter und auch die Logistik-Mitarbeiter sollen nichts von dem geplanten Testdiebstahl mitbekommen: Der Brief und der Zeitraum des Einsatzes bleiben strikt vertraulich. Nun sehen ein oder mehrere Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes, wie viel Ware sie denn unbezahlt herausschleusen können. Sie verhalten sich dabei wie normale Kunden! Und sehen ob es am Ausgang auffällt, wenn sie mit unbezahlter Ware den Laden verlassen.

Das Ergebnis dieses ersten Schrittes ist meist ungläubiges Staunen.

2. Ergebnispräsentation und Aufruf zur Wachsamkeit

Testdiebstahl1Erst in diesem zweiten Schritt sollten die Mitarbeiter vom Testdiebstahl Wind bekommen. Hier werden die Ergebnisse präsentiert – inklusive einer kurzen Beschreibung wie der Dieb vorgangen ist. Die durchgeführten Diebstahlsaktionen sind teilweise idealtypisch oder regelrechte Blaupausen. Dies geht von einem mitgeführten riesigen Rucksack bis hin zu ausgefeilten Methoden, die Kassiererin abzulenken. Anhand seiner Erfahrung schildert der Sicherheitsmitarbeiter die häufigsten Tricks und die erstaunliche Tatsache, dass auch reichere und ältere Menschen potenzielle Ladendiebe sein können. Dieser Teil steigert die Wachsamkeit enorm, da sich viele Mitarbeiter des enormen Wertes gestohlener Waren erst jetzt wirklich bewusst werden.

Zu den möglichen Veränderungen gehört auch, Kunden aktiv anzusprechen. So entsteht eine hochwertige Atmosphäre und die Ladendiebe werden im besten Fall durch Aufmerksamkeit abgeschreckt.

3. Ideen zu baulichen Veränderungen und Sortimentsplatzierungen

Die Idee zur Sortimentsplatzierung setzt dabei an, dass besonders diebstahlsgefährdete Waren anders platziert werden sollten. Diese sollten in der Nähe des Kassenbereichs, am Kopfende einer Regalreihe oder gut einsehbar platziert werden. Damit würde sich ein potenzieller Ladendieb unerwünscht dem Licht der Öffentlichkeit aussetzen – und seine Tat im besten Fall unterlassen.

Mit diesen ersten Schritten lässt sich die Diebstahlsquote schon erheblich senken. Erst bei weiterhin hohen Wertberichtigungen würde sich eine elektronische Beratung über Warensicherungen empfehlen.

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